Die Intercrosse World Games 2011 in Italien

Ein Kommentar von Moritz Pietrass

Die 23. Ausgabe der FIIC Intercrosse World Games…  in Italien ist vorüber. Vom 2.-7. August fand das weltweit größte Turnier der Sportart diesmal direkt am italienischen Meer in Lignano statt. Die beliebte Touristenstadt liegt an der Küste im Nord-Osten Italiens an der Grenze zu Kroatien. Der Andrang bei diesen World Games war so groß wie nie zu vor, was für eine positive Entwicklung der gesamten Sportart Intercrosse spricht. Über 100 Teilnehmer konnten die Organisatoren vom italienischen Verband FITIC verzeichnen.

Foto von Martin Cloutier

Besonders hervorzuheben ist die deutsche Delegation,die mit 31 Spielern und Spielerinnen am stärksten vertreten war und sogar die Anzahl der Italiener übertraf! Darunter waren Intercrosser aus Langenberg (14), Pirna (7), Trier (5), Ratingen (3), Essen (1) und Bielefeld (1). Neben den beiden großen Nationen Deutschland und Italien kamen Spieler aus Tschechien, Kanada (Quebec), Ungarn, der Slowakei, Schweden, der Schweiz, Frankreich und sogar ein Teilnehmer aus Ghana. Letzterer war wohl die größte Überraschung unter allen anwesenden Ländern. Interessant hierbei: Frank Oppong aus Ghana nahm bereits 2001 an einem World Cup in Italien statt. Die Nationalmannschaft existiert heute allerdings leider nicht mehr.

Das Turnier fand in einem riesigen Sportkomplex in Lignano statt. Auf dem Gelände mit direkter Anbindung an den Strand befinden sich mehrere Hotelanlagen sowie verschiedene Sportplätze und eine moderne und große Halle, die über den gesamten Zeitraum für die World Games reserviert war. Nachteil an der tollen Spielstätte: die weiten Wege zwischen Hotel und Halle und die schlechte Klimatisierung der Halle, mit der gerade die Torhüter oft zu kämpfen hatten.

Nach der obligatorischen Eröffnungszeremonie und der Auslosung der Teams am Dienstag Abend standen die Mannschaften für die 4 Spieltage fest. In den 10 Teams mit je 9-10 Spielern trafen die unterschiedlichsten Nationen und Spieltypen aufeinander. Genau diese spezielle Mannschaftsbildung macht die World Games jedes Jahr erneut zu einem einzigartigen Turnier, das seines gleichen in der Sportwelt sucht. Während und auch zwischen den Spielen ging es jetzt darum ein Team zu formen, viel zu kommunizieren und vor allem Spaß zu haben. Die Fairness stand dabei wie immer an erster Stelle.

Foto von Marting Cloutier

Foto von Martin Cloutier

Um die offizielle Spielzeit von 4×12 Minuten einzuhalten und allen Mannschaften wie jedes Jahr ca. 5-6 Spiele zu ermöglichen zogen sich die Partien oft über den ganzen Tag bis in die späten Abendstunden. Nach den langen Spieltagen feierten alle Teilnehmer zusammen und knüpften neue Kontakte oder festigten bestehende. Leider kam dieses Jahr nicht die gleiche grandiose Stimmung und das Gemeinschaftsgefühl der letzten Jahre auf.

Durch viel Werbung der Organisatoren und der großen Besucherzahl des Sportparks, vor allem an Kindern und Jungendlichen, zogen die Spiele teilweise viele Zuschauer an. Sie konnten sich über viele tolle und sehr spannende Spiele auf einem hohen Niveau freuen. Einzig das Siegerteam stach dieses Jahr hervor. „Team Green“ war wohl eine der besten Mannschaften, die dieses Turnier je hervorgebracht hat. So gewannen sie ihre Spiele meist sehr deutlich und zeigten viele tolle Kombinationen und Tore. Auch drei Deutsche durften sich bei den „Grünen“ über den Sieg mitfreuen: der jüngste deutsche Teilnehmer der World Games Fabius Anacker aus Pirna und die beiden Langenberger Sebastian Krabbe und Katharina Matull.

Ein weiterer erfolgreicher deutscher Spieler war erneut Christian Treis aus Langenberg, der nach dem Gewinn des „Penguin Of The Year Award 2009“ mit 45 Toren auf dem dritten Platz der Torschützen-Tabelle landete. Neben dem spielerischen Teil der World Games gab es auch das übliche kulturelle Programm in Form eines kleinen Ausflugs in die Umgebung. Diesmal hatten die Teilnehmer die Möglichkeit einen halben Tag lang auf geführten mehrsprachigen Touren die schöne Küstenstadt Triest zu besichtigen.

Team "Green" mit Team "Yellow" nach dem Finale

Nach dem Ende der Finalspiele am Samstag konnte auch ein plötzlich einsetzender Platzregen die Stimmung während der Abschlusszeremonie nicht stören. Nach der Ehrung aller Teams und Spieler kam es, wie am Ende jeder World Games, zum großen und beliebten Highlight: der Verleihung der „Penguin Awards“ der sympathischen schwedischen Delegation. Da es das 10-jährige Jubiläum dieses Rituals war versuchten die Schweden die Zeremonie durch einige kleine Neuerungen wie z.B. einem Foto-Contest via Facebook ein wenig aufzupeppen, was durchaus gelang. Den wichtigsten Preis, der „Penguin Of The Year“ ging dieses Jahr verdientermaßen an Agathe Andrieu aus Quebec. Den „Penguin Rookie“ bekam der Franzose Thomas Barillat. Zudem wurden einige weitere spezielle Auszeichnung vergeben. Darunter auch der „Leffe’s Choice Award“ (Leffe ist das Pinguin-Maskottchen der Schweden) an die drei Ratinger Lars Kaiser, Sven Kaiser und Ulrich Freitag. Sie hatten sich an einem Abend eine ganz besondere Überraschung für alle Teilnehmer ausgedacht: ein kleines deutsches Bierfest, welches bei allen Spielern für viel Freude sorgte. Am Ende ernteten alle auch durchaus verdienten Preisträger sowie die Schweden eine Menge Applaus. Hier seht ihr Fotos aller Preisträger auf der offiziellen Penguin-Facebookseite

Die deutsche Delegation

Die deutsche Delegation

Was bleibt also hängen nach dieser tollen Woche in Italien: Viele schöne und spannende Spiele, ein verdientes Siegerteam, die körperlich wohl anstrengendsten World Games seit langem – zurückzuführen auf die enorme Hitze und die schlecht durchlüftete Halle – die Sonne und das Meer und zu guter Letzt der Riesen Andrang an Spielern und Spielerinnen aus allen Intercrossenationen der Welt. So entstanden auch dieses Jahr wieder viele neue Kontakte und Freundschaften.

Ich danke auch im Namen des IVD dem gesamten italienischen Organisationskomitee, dem italienischen Verband FITIC, dem Weltverband FIIC und allen deutschen Teilnehmern für dieses Turnier und die Leidenschaft an Intercrosse.

(Moritz Pietrass)

Dieser Artikel wurde am 22. August 2011 veröffentlicht.
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