Pirna Lions in der sächsischen Zeitung

Die Pirnäer Intercrosse Mannschaft schaffte es am 26. Juli mit einem langen Artikel in das große Nachrichtenblatt “Sächsische Zeitung”.  

“Pirna entdeckt eine exotische Sportart”

Von Mareike Huisinga

Beim Intercrosse geht es um Schnelligkeit und Fairness. Und um internationale Begegnungen. Denn die Pirnaer Mannschaft ist die einzige in Sachsen.

Und Pass! Elegant wirft Martin Klieber seinem Mitspieler Maximilian den Ball zu. Nicht mit den Händen. Den Spielern stehen Stöcke zur Verfügung, an deren Ende ein kleiner Plastikkorb befestigt ist. Tatsächlich. Obwohl Maximilian mindestens sieben Meter von Martin entfernt steht, fängt er den Ball geschickt mit seinem „Stick“ und haut ihn in das gegnerische Tor. Gegen diesen Angriff hat Torwart Gerd Anacker keine Chance.

Regelmäßig kommen die „Pirna Lions“ in der Turnhalle des Berufsschulzentrums für Technik in Copitz zusammen. Gespielt wird Intercrosse. Das ist eine noch relativ unbekannte Mannschaftssportart, die sich aus dem nordamerikanischen Lacrosse entwickelt hat und ein wenig an Schmetterlingsjagd erinnert. Bei dieser Bemerkung muss Maximilian gut gelaunt schmunzeln: „Stimmt, das haben uns schon viele gesagt.“

Seit 2006 wird die Sportart von der Evangelischen Jugend im Kirchbezirk Pirna angeboten. Zum harten Kern der Mannschaft gehören 15 Spieler. Sport verbindet in diesem Fall die Generationen. „Die Spieler sind zwischen zwölf und 48 Jahren alt“, erklärt Jugendwart Gerd Anacker, der besonders die Fairness an dem Spiel schätzt.

Marcus Schubert (li.) und Jonas Kazimiers von den Pirna Lions spielen Intercrosse. Foto: Daniel Spittel

Marcus Schubert (li.) und Jonas Kazimiers von den Pirna Lions spielen Intercrosse. Foto: Daniel Spittel

Mit ihrer ungewöhnlichen Sportart sind die Pirna Lions ein Unikum. „Wir sind die einzige Mannschaft in Sachsen, die Intercrosse spielt“, sagt Gerd Anacker. Martin Klieber setzt sogar noch einen drauf. „Beim Intercrosse-Verband-Deutschland sind wir als einzige ostdeutsche Mannschaft gemeldet.“Seit der Gründung des Teams ist Martin Klieber dabei. Intercrosse sei mit den Klassikern wie Fußball oder Handball nicht vergleichbar. „Da man den Ball nur maximal fünf Sekunden behalten darf, ist es die schnellste Mannschaftssportart auf zwei Beinen“, sagt der 20-Jährige. Maximilian Weinhold nickt. Genau aus diesem Grund liegt ihm die Sportart sehr. „Man bekommt den Kopf frei“, sagt er. Außerdem gibt es nicht wie zum Beispiel beim Fußball klassische Positionen wie Abwehr oder Sturm, sondern lediglich Torwart und Feldspieler. „Man muss sich auf das Team verlassen können“, sagt der 18-Jährige. Das Training fordert ihn, gutes Reaktionsvermögen und hohe Geschwindigkeit sind Grundvoraussetzungen. „Das schönste ist, wenn ich nach dem Training rauskomme und erstmal völlig platt bin.“Da Intercrosse noch eine Randsportart ist, müssen die Pirnaer Löwen zu Turnieren weit fahren. Erst im Mai waren sie bei einem Mannschaftsturnier in Bielefeld. Sie belegten den dritten Platz von insgesamt fünf Mannschaften. „Dafür, dass es unser allererstes Mannschaftsturnier war, sind wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden“, sagt Martin Klieber.Daneben gibt es im Intercrosse noch die sogenannten Mix-Turniere, bei denen Spieler verschiedenen Mannschaften zugelost werden, um dann zusammenzuspielen. Das nächste weltweite Mix-Turnier, die „World Games“, finden Anfang August in Prag statt. Martin und Maximilian sind für die Lions am Start. „Es ist eine gute Gelegenheit, sich zu messen, außerdem lernt man Menschen aus anderen Ländern kennen“, sagt Martin, der schon auf zwei World Games war und dort mehrere Freundschaften geschlossen hat.

Bisher nur Männer am Ball

Im September laden dann die Pirnaer Intercrosse-Spieler zu einem Mannschaftsturnier in die Elbestadt ein. Zugesagt hat übrigens schon der Deutsche Meister, die Mannschaft L.A.Panthers aus Nordrhein-Westfalen.

Klare Sache: Die Pirnaer Sportler sind im Intercrosse-Fieber und wollen noch mehr Leute infizieren. Denn bisher spielen ausschließlich Jungs und Männer bei den Lions mit. „Es wäre schön, wenn auch Frauen und Mädchen dazukämen. Deshalb planen wir ab dem neuen Schuljahr Intercrosse an der Evangelischen Mittelschule Pirna anzubieten“, sagt Gerd Anacker.

Kontakt unter 03501 467495″

Dieser Artikel wurde am 7. August 2012 veröffentlicht.
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